Gute Bildung braucht mehr als gute Absichten

Nathalie Hoffmann, Landrätin Stansstad zur Teilrevision des Mittelschulgesetzes

Weniger Leistungsdruck, weniger Pflichtlektionen und mehr Raum für die persönliche Entwicklung. Das klingt zunächst nach einem guten Rezept für unsere Mittelschule.

Doch wie so oft liegt die Herausforderung im Detail.

Die Teilrevision des Nidwaldner Mittelschulgesetzes beschäftigt uns im Landrat bereits seit einiger Zeit. Im Zentrum stehen unter anderem die Einführung der Jahrespromotion und Abschaffung bei den Wahlpflichtfächern.

Im Juni hat der Landrat die entsprechenden Bestimmungen zur erneuten Prüfung zurückgewiesen. Nicht, weil die Entlastung unserer Jugendlichen unwichtig wäre. Sondern weil die Frage berechtigt ist, ob die vorgeschlagenen Massnahmen tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielen.

Denn weniger Unterricht bedeutet nicht automatisch weniger Belastung. Und eine neue Promotionsregelung allein garantiert noch keine bessere Lernumgebung.

Als Unternehmerin und Mitglied der Bildungskommission ist mir eines besonders wichtig: Wir müssen unsere jungen Menschen auf die Zukunft vorbereiten, ohne dabei ihre individuellen Stärken und Bedürfnisse aus den Augen zu verlieren.

Dazu gehören Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung genauso wie Freude am Lernen und Raum für persönliche Entwicklung.

Bildung ist Standortpolitik. Deshalb sollten wir bei Reformen nicht nur fragen, was wir verändern können, sondern vor allem, was wir damit verbessern.

Denn entscheidend ist nicht, wie oft wir unser Bildungssystem reformieren, sondern wie gut wir unsere Jugendlichen auf das Leben vorbereiten.